Blutegelbehandlung bei Varicosis
Krampfadern im Bereich des Knies

Krampfadern, Varicosis

Venenerkrankungen sind ein tradiitionelles Einsatzgebiet der Blutegeltherapie und eine der häufigsten Indikationen in der Praxis. Viele - vor allem Patientinnen - kennen die Behandlung mit Blutegeln aus der Familie.

Verschinden die Krampfadern nach der Behandlung?

Den chronischen venösen Insuffizienzen liegt oft eine genetisch bedingte Schwäche des Bindegebes zu Grunde. Insofern kann die Blutegeltherapie die Krankheit nicht heilen, aber sie kann die Beschwerden lindern, indem die Fließeigenschaften des Blutes verbessert werden und das venöse System entlastet wird. Entzündungen, die sich sehr oft in den gestauten Venen bilden, können durch die Wirkstoffe im Blutegelspeichel positiv beeinflusst werden.

Wo werden die Blutegel angesetzt?

Sind nur einzele Venen betroffen oder konzentrieren sich Beschwerden auf bestimmte Bereiche, kann man diese gezielt behandeln, indem die Blutegel lokal angesetzt werden. Dabei kommen die kleinen Helfer unmittelbar neben dem gestauten oder entzündetem Gefäß zum Einsatz.

Ist die Erkrankung weiter fortgeschritten, d. h. es treten mehrere Venen hervor oder machen Beschwerden, es haben sich Ödeme oder Hautveränderungen gebildet oder es zeigen sich schlecht heilende Wunden oder offene Stellen (Ulcus cruris), sollte systemisch behandelt werden. Bei einer fortgeschrittenen Erkrankung ist es wichtig, die gesamte betroffene Extremität zu entlasten. Dazu beginnt man die Behandlung am unteren Rücken und beginnender Verbesserung kann dann auch wieder lokal an der betroffenen Vene behandelt werden.

Können auch Besenreiser behandelt werden?

Wie oben bereits erwähnt, ist die Blutegeltherapie keine kosmetische Behandlung. Besenreiser sind aber frühe Symptome einer chronischen Venen-Insuffizienz und sollten ernst genommen werden. Auch bei Besenreisern ist eine systemische Behandlung zur Entstauung der gesamten betroffenen Extremität sinnvoll. Man kann die kleinen, gegschlängelten Venen auch gezielt behandeln. Aber es handelt sich dabei nicht um eine kosmetisch Behandlung, zumal kleine Narben entstehen können, sondern um eine medizinisch indizierte Therapie.

 

Weiterführende Literatur und Studien:

Michalsen, Roth. 2009: Blutegeltherapie, Haug Verlag Stuttgart.

Nocker, Diebschlag. 1990: Lokaltherapie bei oberflächlicher Thrombophlebitis. Die medizinische Welt, 41 (7): 651-655